Der Stadtjunge von Weißenfels

Heute wollen wir euch von einem der Weißenfelser Wahrzeichen erzählen: dem Weißenfelser Stadtjungen.

Der Stadtjunge, der teilweise auch Schusterjunge genannt wird, da in Weißenfels früher viele Schuhe produziert wurden, steht heute im Stadtpark. Ursprünglich gab es zwei von diesen Figuren. Sie standen in den Brauereien der Familie Oettler in Weißenfels und Zeitz. Die Familie hatte die Figuren beim Schkopauer Künstler Paul Juckoff in Auftrag gegeben. Als Modell verwendete er seinen Laufburschen Ernst Hoffmann, der für einen halben Groschen die Woche bei dem Künstler arbeitete und diverse Botengänge für ihn übernahm. Dabei war er immer fröhlich und sang ein Liedchen vor sich hin. Wenn man ihn fragte, warum er so glücklich ist, antwortete er stets: „Weil’s mich freut.“ Dieser Satz steht auch auf dem Sockel, auf dem die Figur angebracht ist.

Als für den Transport des Bieres nicht mehr Kutschen sondern Lastwagen gebraucht wurden, wurden die Einfahrten, wo die Figuren standen zu eng, sodass sie leicht hätten Schaden nehmen können. Aus diesem Grund beschlossen die Brüder Oettler, die Figuren den Städten zu schenken.

Da zu dieser Zeit der alte Friedhof in Weißenfels zu einem Park umgestaltet wurde, wurde der Stadtjunge in den neu angelegten Park gestellt. Während des zweiten Weltkriegs sollte alles kriegswichtige Material (also auch Bronze) an Sammelstellen abgegeben werden. Ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung wollte dem Stadtjungen dieses Los ersparen. Er sägte ihn mitten in der Nacht ab und vergrub ihn im Wald. Kurz bevor er starb, vertraute er seinem Neffen noch an, wo er die Figur vergraben hatte. Nach Kriegsende, grub ihn dieser aus und brachte ihn auf einer Schubkarre in den Stadtpark zurück. Am nächsten Tag staunten die Stadtbeamten nicht schlecht, als der Stadtjunge wieder da war.

Der Zeitzer Stadtjunge wurde während des Krieges eingeschmolzen. Nachdem der Weißenfelser wieder da war, fertigte man von ihm einen Abdruck an, aus dem eine neue Plastik für Zeitz geschaffen wurde.

In den Jahren 1985-87 wurde der Stadtjunge restauriert und danach an seinem angestammten Platz auf einem neuen Sockel wieder aufgestellt. Der Spruch „Weil’s mich freut“ steht auch auf dem neuen Sockel. Manch einer glaubt, wenn er den Jungen am rechten Arm berührt, dann würde das Glück und Frohsinn bringen.

 

4 Kommentare zu „Der Stadtjunge von Weißenfels

  1. Als Kind habe ich immer gefragt wer das ist und alle sagten es ist der Schuhsterjunge aber der hat keine Schuhe an und ich bekam die Antwort der hat Sie kaputt gemacht so wie du später als ich an ihm vorbei gelaufen bin habe ich immer diesen Spruch gesagt ich hoffe das er noch lange da steht der Schuhsterjunge

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